Was wäre ein Reit(lehr)er ohne sein Pferd? Daher möchte ich auf dieser Seite auch die Vierbeiner vorstellen, die mich auf meinem Weg begleiten:

Nobody (*1994) - Mein Seelenpony

Nobody und mich verbindet mittlerweile ein über 20-jähriger, gemeinsamer Weg. Er ist meine erste große "Pferdeliebe", und die prägt bekanntlich am meisten...

Direkt vom Züchter und mit 3 1/2 Jahren gerade einmal  angeritten, erlernten wir gemeinsam zunächst das 1x1 der Jungpferdeausbildung und die Arbeit an der Longe. Ziemlich schnell und eher aus einem Sattelproblem heraus stiegen wir beide auf die Westernreitweise um, die uns viele Jahre lang geprägt hat. Ich lernte und erfuhr gemeinsam mit ihm, was feine Kommunikation und Versammlung bedeuten, wir wagten kleine Sprünge im Gelände und erkundeten nach dem Umzug nach Lüneburg in stundenlangen Ausritten die neue Umgebung. Auch die klassische Arbeit an der Hand und das Arbeiten am Langen Zügel eroberten und bereicherten irgendwann unseren Arbeitsalltag. Immer wieder hat Nobody auch jüngeren Reitschülern mit seiner Geduld und Gelassenheit zur Seite gestanden. Sicher ein besonders schönes, gemeinsames Erlebnis war der Lehrgang zum Trainer C, den er, immerhin schon 20 und atemtechnisch bereits  angeschlagen, hervorragend gemeistert hat. Leider macht ihm sein allergisches Asthma in den letzten Jahren immer mehr zu schaffen, so dass ich im Moment nur noch sehr eingeschränkt mit ihm arbeiten kann. Die beiden Sommer 2016 und 2017 hat er daher an der Nordsee verbracht. 2018 wurde zusätzlich noch Cushing diagnostiziert. Jetzt ist er auf Tabletten eigestellt, und sein Zustand bessert sich glücklicherweise wieder! Danke für 20 Jahre, mein Zauberpony!

Nouri el assuad (*2016) - Mein kleiner Wüstenwind

Seit Mai 2017 gibt es einen Neuzugang in der Herde: den ägyptischen Vollblutaraber Nouri ("Licht"). Ich kenne ihn quasi seit Tag 1, denn seine Mutter Nafisah gehört meiner Freundin Christina. Als waschechter Bayer machte sich der kleine Mann dann ein Jahr später mit mir auf die weite Reise in den hohen Norden.

 

Es ist unfassbar schön, ein junges Pferd schon von Fohlenalter an zu begleiten. Besonders berührt hat mich in diesem Zusammenhang der Ausspruch eines Bereiters der Portugiesischen Hofreitschule, mit dem wir im Rahmen einer Fortbildungsreise ins Gespräch kommen durften. Wir haben ihn gefragt, ob sich die Bereiter, die einen Hengst ja sein Leben lang begleiten, ihr neues Jungpferd aussuchen dürfen, und wenn ja, nach welchen Kriterien sie dieses tun.  Das war seine Antwort:

 

„Ein junges Pferd ist immer wie ein geschlossener Briefumschlag: eine Überraschung. Vielleicht ist es eine Geburtstagseinladung, über die ich mich freue, manchmal auch eine Rechnung, die ich erst einmal abbezahlen muss. Aber es ist jetzt nun einmal mein Pferd, und das muss ich mit all seinen Stärken und Schwächen ausbilden.“

 

Ich bin also schon sehr gespannt, was ich alles in meinem kleinen, grauen Briefumschlag entdecken werde ;o)... Neues gibt es in "Nouris Tagebuch"